Kurz gesagt: Atrophe Aknenarben lassen sich mit dem CO₂-Laser verbessern, in Studien meist fraktioniert in zwei bis vier Sitzungen. Voll ablatives Resurfacing bedeutet längere Heilung und ein höheres Risiko für Pigmentstörungen. Ablative Laserbehandlungen unterliegen bei kosmetischer Anwendung dem Arztvorbehalt nach NiSV.
Verbreitet ist die Einteilung nach Jacob, Dover und Kaminer (2001) in Ice-pick-, Rolling- und Boxcar-Narben. Ice-pick-Narben sind schmal und tief, Rolling-Narben breit und wellig eingezogen. Boxcar-Narben sind scharf begrenzt und haben steile Ränder.
Die Autoren beschreiben einen Behandlungsalgorithmus mit Punch-Exzision, Punch-Elevation, Subzision und Laser-Resurfacing. Die Narbenanalyse vor der ersten Sitzung bestimmt also, ob der Laser allein reicht oder kombiniert werden sollte. Hypertrophe Narben und Keloide sind davon abzugrenzen und werden anders behandelt.
Beim voll ablativen Resurfacing wird die Haut flächig abgetragen. Beim fraktionierten Verfahren entstehen nur Mikrozonen, dazwischen bleibt unbehandelte Haut erhalten. Die S2k-Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ (AWMF 013-095) beschreibt die Risiken ablativer Verfahren ausführlich.
| Kriterium | Fraktioniert ablativ | Voll ablativ (flächig) |
|---|---|---|
| Prinzip | Abtragung in Mikrozonen, intakte Hautbrücken | Flächige Abtragung |
| Ausfallzeit | Rötung und Schwellung je nach Studie 24–48 Stunden bis mehrere Wochen | Reepithelisierung nach Ablation laut Leitlinie in 7–14 Tagen; anhaltendes Erythem möglich |
| Typische Risiken | Erythem, Schwellung, postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH), Akne-Schub | Zusätzlich Superinfektion, dauerhafte Depigmentierung, Narben bei zu tiefer Vaporisation, Milien |
| Unter Isotretinoin | Laut Konsensus keine ausreichende Evidenz für einen Aufschub | Während systemischer Isotretinoin-Therapie nicht empfohlen |
Die Leitlinie weist darauf hin, dass dauerhafte Depigmentierungen vor allem nach großflächigem Resurfacing auftreten können. Der CO₂-Laser hat zudem ein höheres Risiko ausgeprägter Nebenwirkungen und eine längere Heilungszeit als der Er:YAG-Laser.
Ein systematisches Review (Ptaszek et al., Life 2025) schloss sieben Studien mit jeweils 20 bis 44 Teilnehmenden ein. Die meisten Behandelten verbesserten sich um etwa 30 bis 70 %. Tiefe Narben benötigten oft mehr Sitzungen.
Die Sitzungszahl lag zwischen einer und sechs, meist bei zwei bis vier. Kombinationen mit PRP oder Microneedling-Radiofrequenz zeigten keinen klaren Zusatznutzen. Die Autoren bemängeln kleine Fallzahlen und kurze Nachbeobachtung von meist höchstens sechs Monaten.
Laut S2k-Leitlinie steigt das Nebenwirkungsrisiko mit zunehmender Hautpigmentierung. Pigmentierte oder vorgebräunte Haut ab Fitzpatrick-Typ IV soll vorsichtig behandelt werden. Für Patientinnen und Patienten mit dunklerer Haut ist PIH daher ein zentrales Aufklärungsthema.
Bei fraktionierten Lasern verursachte eine höhere Dichte eher Hyperpigmentierung als eine höhere Energie. Übersichtsarbeiten raten deshalb zu konservativen Einstellungen. In den Studien des Reviews hielt eine PIH zum Teil vier bis sieben Wochen an.
Die Datenlage ist allerdings uneinheitlich. Ein Review zu PIH nach CO₂-Laser (Dermatology Reports 2023) fand keinen klaren Einfluss des Hauttyps und beklagt fehlende große Studien. Postoperativ eingesetzte antientzündliche Topika könnten dort das Risiko senken.
Bei kosmetischer Anwendung sind Verfahren, die die Haut abtragen oder die Epidermis verletzen, nach § 5 Abs. 2 NiSV Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Fachkunde vorbehalten. Eine Delegation an MFA ist dafür ausgeschlossen.
Die NiSV regelt nur kosmetische Anwendungen. Bei medizinischer Indikation gilt das ärztliche Berufsrecht, das die Delegation ablativer Eingriffe nicht ausdrücklich regelt. Angesichts des Risikoprofils spricht viel dafür, die Behandlung ärztlich durchzuführen.
Kann man während einer Isotretinoin-Therapie lasern?
Ein Konsensus mit systematischem Review (Spring et al., JAMA Dermatology 2017) sieht keine ausreichende Evidenz, fraktionierte Laser zu verschieben. Voll ablative Laser werden unter systemischem Isotretinoin nicht empfohlen.
Wie viele Sitzungen sind realistisch?
In den Studien des Reviews meist zwei bis vier, die Spannweite reichte von einer bis sechs Sitzungen. Tiefe Narben benötigten häufiger mehr Behandlungen.
Darf eine MFA die Nachbehandlung übernehmen?
Die ablative Laseranwendung selbst bleibt ärztlich. Welche begleitenden Aufgaben delegierbar sind, erklärt der Ratgeber Was darf eine MFA am Laser?
Das Curriculum Aknenarbenbehandlung mit CO₂-Laser behandelt Indikationen, Kontraindikationen, Nachtherapie, Aufklärung und Kombinationsmöglichkeiten mit Anwendungsvideos. Die Online-Fortbildung ist mit 17 CME-Punkten der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert und von der DDA für das Zertifikat „Dermatologische Lasertherapie“ anerkannt. Voraussetzung ist ein Laserschutzkurs; als Bundle gibt es den Kurs mit Lasertherapie Xanthelasmen und Syringome.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechts- bzw. medizinische Beratung. Quellen: S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut (AWMF 013-095), Jacob et al., JAAD 2001, Ptaszek et al., Life 2025, PIH nach CO₂-Laser, Dermatology Reports 2023, Woolery-Lloyd & Elsaie, Cosmetic Dermatology 2008, Spring et al., JAMA Dermatology 2017, NiSV § 5