Kurz gesagt: Für Besenreiser und retikuläre Varizen nennt die deutsche S2k-Leitlinie die Sklerotherapie mit flüssigem Polidocanol als Methode der Wahl. Der transkutane Laser erreicht laut Cochrane-Review eine vergleichbare Rückbildung, vermutlich mit weniger Hyperpigmentierung. CLaCS kombiniert Nd:YAG-Laser, Kühlung und Sklerotherapie – die Studienlage dazu ist plausibel, aber noch schmal.
Die S2k-Leitlinie „Sklerosierungsbehandlung der Varikose“ (AWMF 037-015) entstand federführend unter der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Die letzte Überarbeitung datiert auf Dezember 2018. Für Besenreiser und retikuläre Varizen (C1) gilt flüssiges Polidocanol als Methode der Wahl, Schaum als zusätzliche Option.
Als Anhaltswerte nennt die Leitlinie für Besenreiser 0,25–1 % flüssig, bis 0,2 ml je Injektionsstelle, und bis 0,5 % als Schaum. Kompressionsstrümpfe bis drei Wochen nach der Behandlung können das Ergebnis verbessern. In Deutschland ist Polidocanol seit 1966 zur Sklerosierung von Varizen zugelassen.
Typische Nebenwirkungen sind Hyperpigmentierung und Matting. Matting geht laut Leitlinie häufig auf einen nicht ausreichend behandelten Reflux zurück. Absolute Kontraindikationen sind unter anderem eine bekannte Allergie gegen das Sklerosierungsmittel und eine akute venöse Thromboembolie.
Ein Cochrane-Review von 2021 wertete 35 Studien mit 3632 Teilnehmenden aus. Laser und Sklerosierungsmittel unterschieden sich nicht klar in Rückbildung und Matting. Der Laser verursachte vermutlich weniger Hyperpigmentierung (moderate Evidenz).
Die Kombination aus Laser und Polidocanol führte in zwei Studien möglicherweise zu einer besseren Rückbildung als Polidocanol allein. Dafür traten mehr Schmerzen auf, die Evidenz ist niedrig. Die deutsche Sklerotherapie-Leitlinie bewertet den Laser bei C1-Varizen nicht als eigene Option.
CLaCS steht für Cryo-Laser & Cryo-Sclerotherapy und wurde in Brasilien entwickelt. Zuerst wird die Vene transdermal mit einem langgepulsten Nd:YAG-Laser (1064 nm) behandelt, unmittelbar danach folgt die Injektion. Ein Kaltluftgerät kühlt dabei Haut und Nadel.
Als Sklerosans wird meist hypertone Glukose 75 % eingesetzt, teils kombiniert mit niedrig dosiertem Polidocanol. Für die Sklerosierung zugelassen ist in Deutschland Polidocanol. Der Einsatz von Glukose als Sklerosans ist daher als Off-Label-Anwendung einzuordnen.
| Verfahren | Prinzip | Einordnung der Evidenz | Praxis-Hinweise |
|---|---|---|---|
| Sklerotherapie (Polidocanol) | Chemische Schädigung des Endothels | Methode der Wahl laut S2k-Leitlinie; zugelassenes Arzneimittel | Hyperpigmentierung, Matting; Kompression erwägen |
| Transkutaner Laser (z. B. Nd:YAG 1064 nm) | Thermische Koagulation des Gefäßes | Cochrane: Rückbildung vergleichbar, vermutlich weniger Hyperpigmentierung | Schmerzen; ärztliche Fachkunde erforderlich |
| CLaCS | Laser, unmittelbar folgende Sklerotherapie, Kaltluftkühlung | Kleine randomisierte Studie, kurze Nachbeobachtung; nicht Teil der deutschen Leitlinie | Off-Label-Aufklärung bei Glukose; Dokumentation |
Eine dreifach verblindete randomisierte Studie (Fonseca et al., Phlebology 2023) verglich 55 Patientinnen und Patienten. Eine Gruppe erhielt Glukose 75 %, die andere Polidocanol 0,3 % mit Glukose 67 %. Nach 30 Tagen zeigte sich in Standardfotos kein Unterschied; schwere Komplikationen traten nicht auf.
Die Polidocanol-Gruppe berichtete weniger Schmerzen. Sie zeigte zudem in Augmented-Reality-Fotos eine bessere Klärung, deren Bedeutung die Autoren als unklar einstufen. Die Studie vergleicht zwei CLaCS-Varianten, nicht CLaCS gegen eine leitliniengerechte Sklerotherapie.
Für die Beratung heißt das: CLaCS ist ein plausibles Kombinationskonzept mit günstigen Sicherheitssignalen. Belastbare Langzeit- und Vergleichsdaten gegenüber der Standardtherapie fehlen in den hier ausgewerteten Quellen.
Darf eine MFA Besenreiser mit dem Laser behandeln?
Bei kosmetischer Anwendung nein: Gefäßveränderungen fallen unter den Arztvorbehalt der NiSV. Mehr dazu im Ratgeber Was darf eine MFA am Laser?
Ist Glukose 75 % wirksamer als Polidocanol?
Innerhalb des CLaCS-Verfahrens fand die randomisierte Studie nach 30 Tagen keinen Unterschied in Standardfotos. Die Kombination mit Polidocanol war weniger schmerzhaft.
Muss vor der Behandlung ein Reflux abgeklärt werden?
Matting entsteht laut Leitlinie häufig durch nicht ausreichend behandelten Reflux. Eine relevante Refluxquelle sollte daher vor der Behandlung von Besenreisern erkannt und berücksichtigt werden.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechts- bzw. medizinische Beratung. Quellen: S2k-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose (AWMF 037-015), Cochrane Review CD012723 (2021), Fonseca et al., Phlebology 2023, Thode et al., Phlebologie 2021, NiSV § 5